Lohsa

Lohsa, sorbisch Łaz, ist die flächengrößte Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen in der Oberlausitz.
1200 Jahre v. Chr. ist Lohsa nachweislich aus Funden eines mittelbronzezeitlichen Urnenfeldes besiedelt worden. Der Ort wurde erstmals 1343 unter dem Namen „Lose“ urkundlich erwähnt.
Das Lohsaer Gut wird 1350 erstmals als im Besitz der Familien von Pannewitz und Schreibersdorf in der Herrschaft Neschwitz erwähnt.
1540 wird Lohsa durch die Reformation evangelisch. 1526 erwerben die Habsburger Ungarn und die Länder der böhmischen Krone, darunter auch die beiden Lausitzen.
Die Oberlausitz wird im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) von durchziehenden Truppen der Schweden und Kroaten, geplündert und mehrfach von der Pest heimgesucht.
Die sächsischen Wettiner erhalten 1635 die Oberlausitz als erbliches Mannlehen.
Am 13.06.1637 brennt die Lohsaer Kirche durch Blitzschlag ab, außerdem das Pfarrhaus, die Schule und fast ganz Lohsa.
Im März und August 1794 fand ein Aufstand der Fronbauern im Kirchspiel Lohsa statt. Besonders aktiv dabei waren die Bauern von Litschen, Driewitz und Weißkollm.
1815, nach dem Wiener Kongreß wird der Teil der Oberlausitz, zu dem Lohsa gehört, dem Königreich Preußen zugeschrieben.
Handrij Zejler wird 1835 Pfarrer in Lohsa. Jan Arnost Smoler und Joachim Thomas Leopold Haupt geben 1841/43 die Sammlung „Die Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz“ heraus.
Am 26.11.1848 erfolgte die Gründung des Bauernvereins in Lohsa. Am 17.10.1860 wurde Agnes Buder/Hańža Budarka als Agnes Scholze/Hańža Šołćic in Mortka geboren. Am 15.10.1872 starb Handrij Zejler.
Am 1.6.1874 wurde die Eisenbahnstrecke Ruhland – Kohlfurt über Lohsa und Lohsaer Bahnhof eröffnet. 1877 wurde der Lohsaer Männerchor gegründet. Am 1.1.1891 erfolgte die Eröffnung der Spar- und Darlehenskasse (seit 1892 Raiffeisenkasse) Lohsa. 1908 wurde die Ortsfeuerwehr Lohsa gegründet.
Der „Wendische Verein Handrij Zejler für Lohsa und Umgebung“ wird am 31.12.1911 gegründet, und tritt der im Dezember 1912 in Hoyerswerda gegründeten „Domowina“ bei.
Von 1910 – 1912 erwirbt die „Eintracht – Braunkohlenwerke und Brikettfabrik AG“ Braunkohlefelder bei Koblenz und Lohsa. 1914 erfolgt dann der Erste Spatenstich für den Tagebau und die Brikettfabrik Werminghoff. Mitten im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) beginnt 1916 der Abraumbetrieb „Werminghoff I“. Ein Jahr später, 1917, beginnt die Rohkohleförderung und 1918 beginnt die Brikettproduktion mit 10 Pressen.
Von 1919 – 1937 entwickelt sich der Verein „Handrij Zejler“ in Lohsa zu einem wichtigen kulturellen Zentrum der Gemeinde und des Kirchspiels. (Chor, Laienspielgruppe; jährliche „Sorbische Feste“; Vereinslokal ist die Gaststätte Schulze „Weißes Roß“ in Lohsa).
1929 ging die erste Abraumförderbrücke in Betrieb, die zu dieser Zeit die größte der Welt war.
Am 30.08.1931 wurde das Zejler-Denkmal in Lohsa eingeweiht.
1931 wurde das Lohsaer Gut von Friedrich Loebenstein an die „Eintracht – Braunkohlenwerke AG“ verkauft.
1936/37 entstand die deutsche Siedlung Lohsa („Schlesische Heimstätten“). 1937 wurde die Domowina von den Nazis verboten, was das Ende des sorbischen Vereinslebens in Lohsa bedeutete.
Am 01.12.1937 ist Agnes Buder (Hańža Budarjowa/Budarka) in Neu-Lohsa gestorben.
Bereits 1943 begann der Abriss des Ortsteils Neu-Lohsa durch den Tagebau „Werminghoff II“ bzw. „Glückauf II“, der 1947 beendet war. 1947 – 1948 erfolgt als Reparation die Demontage der Bergbauausrüstungen und Abtransport in die Sowjetunion.
Die Gemeinde Lohsa gehört 1949 zum Land Sachsen in der DDR. Nach der Gebietsreform 1952 kommt das Gemeindegebiet zum Bezirk Cottbus.
1952 wird Neida abgebrochen und das Freibad in Lohsa wird eröffnet. Ein Jahr später, 1953, wird die Siedlung Forst fertiggestellt. 1954 wird in Lohsa die „Neue Schule“ fertiggestellt und bis 1958 entstehen Neubauten am Ziegelteich. Im Februar 1959 beginnt die Neuverlegung der alten Bahnstrecken und der Neubau des Bahnhofs, die 1962 beendet werden. Zeitgleich bis 1962 wird die Straße Lohsa–Uhyst gebaut.
1968 wird die Internationale Kartbahn Lohsa eröffnet. Im Februar 1971 wird das Speicherbecken „Lohsa I“ geflutet; der Silbersee entsteht.
1974 beginnt der Ausbau des Erholungsgebietes „Am Friedersdorfer Strand“ und der Bungalowsiedlung. 1983 entsteht der „Geologische Lehrpfad“ am Silbersee. Im gleichen Jahr findet der 1. Landschaftstag des Kreises Hoyerswerda in Lohsa statt, dem erst 1988 der 2. Landschaftstag des Kreises Hoyerswerda folgte.
Am 28.11.1986 erfolgt die Gründung der Ortsgruppe „Handrij Zejler“ Lohsa/Litschen im Kulturbund der DDR („Handrij-Zejler-Klub“), der bis 1994 besteht. Er organisiert jährlich mehrere Veranstaltungen zu kulturellen, historischen und naturkundlichen Themen, u.a. auch vier Friedenskonzerte in der Lohsaer Kirche 1991 – 1994).
1989 wurde der Kohleabbau im Tagebau Lohsa eingestellt.
Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3.10.1990 („Tag der Einheit“) kommt Lohsa zum Freistaat Sachsen. Im gleichen Jahr wird die „LAUBAG“ („Lausitzer Braunkohlen–AG“) gegründet.
1991 wird in der Lohsaer Kirche die „Stiftung für das sorbische Volk“ gegründet. Im darauf folgenden Jahr, wird am 12.12.1992 der „Förderverein Bergbaumuseum Knappenrode“ gegründet. Am 25.02.1993 wurde die Brikettfabrik Knappenrode stillgelegt.
Am 1.1.1994 wurde die Einheitsgemeinde Lohsa gegründet.
Am 18.01.1994 wird der „Förderverein Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V.“ gegründet, das "Zejler-Smoler-Haus" wird im Juli 1999 eröffnet.
2001 erfolgt die Flutung des Tagebaus Lohsa, der Dreiweiberner See entsteht und wird später am 16.07.2005 übergeben.
Von 2002 – 2003 entsteht der neue Festplatz. Ebenfalls 2003 wird das Altersheim der AWO fertiggestellt.
Am 01.01.2005 wird die ehemalige Gemeinde Knappensee, mit den Ortsteilen Groß Särchen und Koblenz eingemeindet.
Am 24.06.2007 fand die Einweihung des Rathauses der Gemeinde Lohsa statt.


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