Rose Ausländer

Rosalie Beatrice Scherzer
Geboren: 11.05.1901 in Czernowitz/Österreich/Ungarn
Gestorben: 03.01.1988 in Düsseldorf

War eine aus der Bukowina stammende deutsch–englischsprachige Lyrikerin. Sie lebte in den USA, in Rumänien und Deutschland.

1907 – 1918
Besuch der Volksschule, der Mittelschule in Czernowitz und Budapest, der Germinal–Handelsschule der Wiener Kaufmannschaft in Wien, mit Berufsabschluss in einem kaufmännischen Gewerbe

1916 – 1918
Kriegsbedingter Aufenthalt in Wien

1919
Rückkehr nach Czernowitz (Cernauti, Rumänien)
Intensive Beschäftigung mit der Philosophie (Platon, Nietzsche, Brunner), Mitglied im Eth. Seminar in Czernowitz, Anstellung als Büroleiterin in einer Rechtsanwaltskanzlei

1919 – 1920
Studium (Gasthörerin) der Literatur und der Philosophie an der Uni in Czernowitz

1921
Auswanderung in die USA

1921 – 1922
Aufenthalt in Minneapolis/St. Paul und Winona
Buchhalterin bei der Zeitschrift „Westlicher Herold“
Redakteurin der Kalenderanthologie „American Herold“ (bis 1927)
Schreibt und publiziert erste Gedichte

1923
Übersiedlung nach New York arbeitet dort als Bankangestellte
19.10.1923 Heirat mit Ignaz Ausländer aus Czernowitz

1926
Erhält sie die Staatsbürgerschaft der USA, Gründungsmitglied des Constantin–Brunner–Kreises in New York
Reise nach Czernowitz
Trennung von Ignaz Ausländer
Rose Ausländer bleibt in Czernowitz

1927
Besuch bei Constantin Brunner in Berlin
Lebt mit Helios Hecht (Kulturjournalisten und Grafologen zusammen)

1928
Erneute Übersiedlung nach New York mit H. Hecht

1929 – 1931
Publikation von Gedichten und Feuilletons in deutschsprachigen Zeitungen in den USA

1930
Scheidung von Ignaz Ausländer

1931
Rückkehr nach Czernowitz (Rumänien)

1931–1934
Gedichtpublikationen in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien, journalistische Tätigkeit, Lebensberaterin für die Leser der Zeitung „Der Tag“

1934
Trennung von Helios Hecht, arbeitet als Fremdsprachenkorrespondentin in der Chemiefabrik in Bukarest

1937
Aberkennung der amerikanischen Staatsbürgerschaft wegen dreijähriger Abwesenheit aus den USA

1939
Reisen nach Mailand, Paris und New York, ihr erster Gedichtband „Der Regenbogen“ erscheint in Czernowitz

1940
Im Juni besetzen sowj. Truppen Czernowitz und die nördliche Bukowina. Rose Ausländer, die zur Pflege ihrer erkrankten Mutter in der Stadt weilt, wird unter Vorwurf der Spionage für die USA vom sowj. Inlandsgeheimdienst NKWD verhaftet, verhört und nach viermonatiger Haft wieder aus dem Gefängnis entlassen. Sie arbeitete als Krankenschwester in einer Augenklinik.

1941 – 1944
R. Ausländer ist im Ghetto der Stadt gefangen gesetzt und darf nach Auflösung des Ghettos die Stadt nicht verlassen. Sie lernt Paul Antschel (Celan) kennen.

1944
Im April besetzen Sowj. Truppen die Bukowina. Die wenigen überlebenden Juden werden befreit. R. Ausländer arbeitet in der Stadtbibliothek von Czernowitz.

1945
Dezember – Ausreiseantrag nach Rumänien

1946
August – Ankunft in Bukarest
September – Ausreise nach New York

1948 – 1956
R. Ausländer schreibt ihre Gedichte ausschließlich in englischer Sprache

1957
Mai bis November – Europareise – trifft in Paris Paul Celan wieder

1964
Vierwöchiger Aufenthalt in Israel, Übersiedlung nach Wien

1965
Übersiedelung in die BRD, nach Düsseldorf (Zweiter Gedichtband „Blinder Sommer“ erscheint)

1966
Rente und Entschädigung als Verfolgte des Naziregimes. Silberner Heinetaler des Verlages Hoffmann & Campe Hamburg

Bis 1971
Zeit des Reisens durch Europa (Italien)

1968/1969
letztmaliger Aufenthalt in den USA

1972
Einzug ins Altenheim „Nelly Sachs“ der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf

1975/1976
Lernte sie den Verleger Helmut Braun kennen, danach war sie auch in Deutschland bekannt

1977
Letzte öffentliche Lesung anlässlich der Preisverleihung des „Gryhius–Preises“

1978 – 1988
Bettlägerig

1984
Literaturpreis der Bayrischen Akademie der schönen Künste (Großer Verdienstorden der BRD)

1986
Literaturpreis des Verbandes der Evangelischen Büchereien

1988
Am 3. Januar stirbt R. Ausländer im Nelly–Sachs–Haus, nachdem sie 10 Jahre lang ihr Zimmer nicht mehr verlassen hat.

Auswahl Werke:

1939 „Der Regenbogen“
1965 „Blinder Sommer“
1975 „Andere Zeichen“
1978 „Mutterland“
1981 „Im Atemhaus wohnen“
Seit 1984 Gesammelte Werke
1987 „Ich spiele noch“
1987 „Der Traum hat offene Augen“

Quellenverzeichnis:

http://www.wikipedia.org/wiki/Rose_Ausländer

http://www.roseauslaender–stiftung.de/3.html

http://www.tierradenadie.de/archivo6/rosegedichte.htm

 


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